Die Geschichte des SHAOLIN KEMPO

Der Ursprung Kempos ist identisch mit dem Ursprung des "Kung Fu" überhaupt. Und wenn man bedenkt, dass allein in Hong Kong fast 500 verschiedene Wu Shu Stile gelehrt werden, kann man wohl behaupten, dass es der Ursprung der meisten asiatischen Kampfsportarten ist. Selbst Karate und Judo gehen auf diese Ursprünge zurück. Karate, weil es direkt auf Kempo basiert, und Judo, weil es anfänglich Techniken beinhaltete, die auf diese Ursprünge zurückgehen.

Anmerkung: Wu Shu z.B. bedeutet in der Übersetzung soviel wie "Kriegskunst", wogegen "Kung Fu" ein Modewort ist und lediglich etwa "wohlerworbenes Wissen" heißt. Es gibt auch anders lautende Übersetzungen von "Kung Fu", die jedoch allesamt sehr wenig mit dem Kampfsport zu tun haben. KEMPO hingegen ist der japanische Oberbegriff für die chinesischen Kampfkünste und hat die selben Schriftzeichen, wie Chuan Fa/Quanfa (Weg der Faust).  Die Schreibweisen der im Text genannten Namen und Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Quelle des Textes sehr voneinander und sind aufgrund des Umfanges nicht vereinheitlicht worden.

Es ist wohl jedem klar, dass die folgende Zusammenstellung nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und Exaktheit erheben kann. Das ist nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Quellen, aus denen sie erarbeitet wurde, sehr widersprüchlich sind. Auch basiert das heutige Wissen über die allerersten Anfänge der Kampfsportarten mehr auf Legenden als auf dokumentierten Berichten, wobei man jedoch sagen muss, dass jede Legende einen wahren Kern hat. Obwohl im Lauf der Jahrtausende sehr viel Literaturmaterial verloren ging, kann heute wohl angenommen werden, dass Kempo (bzw. Wu Shu oder Chuan Fa/Quanfa "Weg der Faust" überhaupt) auf eine primitive Art des Ringens zurückzuführen ist. Es ist  jedoch unrealistisch, zu glauben, dass sich aus diesen Anfängen die gesamten asiatischen Kampfsportarten entwickelt haben.

Noch illusorischer ist es, anzunehmen, dass "Kung Fu" sich nur aus diesen Anfängen und ohne exogene Einflüsse entwickelt habe. Einige Kampfkunsthistoriker wollen diese Einflüsse auch aus Griechenland oder Indien kommend wissen (siehe Ta Mo). Sicher ist, dass z.B. Kalaripajat einiges älter ist als die "Kung Fu"- Stile.

Kampfkünstler galten von jeher als eine Mischung aus Ritter und Revolverheld. Nach Robin Hood-Manier bestraften sie die Bösen und halfen den armen und unterdrückten. Sie galten als klug und gebildet. Außerdem waren sie umfassend medizinisch ausgebildet. Sie konnten nicht nur die Folgen eines Kampfes behandeln und Mixturen mischen, die den Körper abhärten, sondern verstanden sich auf die Behandlung jeglicher Leiden. Für das Volk waren sie oft die einzigen Ärzte. Meistens waren sie auch ganz passable Chemiker. Die Chinesische Schrift kennt nur ein Zeichen für Medizin und Chemie. Von einem Kampfkünstler wurde erwartet, dass er die taoistische Philosophie beherrschte. Außerdem musste er einigermaßen dichten können und mindestens ein Musikinstrument beherrschen.

Die Wu Shu Kämpfer hatten lange Zeit Einfluss auf Philosophie, Religion und Kultur gehabt.

Die geschichtliche Entwicklung der Chinesischen Kampfkünste

Anfänge

Der Sage nach soll der "große gelbe Kaiser" Huang Ti (2704 - 2595 v.Chr.) in einem großartigen Kampf gegen das einhörnige Monster Ch'ih Yu mit einer waffenlosen Kampftechnik gesiegt haben. Aus diesem legendären Kampf entstand das Go-Ti, eine Kampfsportart, die ähnlich den Gladiatorenkämpfen im alten Rom immer den Tod eines Kämpfers zur Folge hatte. Die Kämpfer setzten sich Helme mit Hörnern auf und versuchten damit den Gegner aufzuschlitzen. Es gab auch schon taktische Ausweich- und Blockiertechniken. Go-Ti existiert heute noch als traditioneller Tanz.

Der „große gelbe Kaiser“ Huang Ti ist eine bekannte Figur der chin. Geschichte, der als Stammvater des Chinesischen Volkes bzw. der chinesischen Kultur gilt (Xia-Dynastie von 2205-1766 v. Chr.; Shang-Dyn. von 1766-1122 v. Chr.). In der Zhou-Epoche (1122-221 v. Chr.) findet man erste historische Erwähnungen spezieller Kampfkünste.

Unter anderem hat er auch revolutionäres auf dem Gebiet der Akupunktur geleistet (220 v. Chr. schriftlich festgehalten in " Des gelben Kaisers medizinischen Lehr­buch für innere Medizin"). Auch in der Geschichte der Kampfkünste trat er noch einmal auf, und zwar 2674 v. Chr., als er ein revolutionierendes Kampfsystem mit und ohne Waffen, "Chiou Ti", vorstellte. Er wird wohl auch sehr zur Verbreitung der Körperschule und Kampfdisziplin in seiner Zeit beigetragen haben. Der bekannte Kriegstheoretiker San Tze lebte in dieser frühen Epoche.

Die erste authentische Bemerkung über die Kampfkunst finden wir aber erst in der Chou Dynastie (1066- 403 v. Chr.).

Im Buch der Riten und in den Werken des Frühlings und des Herbstes wird die Kampfkunst kurz und leider nicht näher eingehend abgehandelt. Dieser Periode wird auch das I-Ging, das "Buch der Wandlungen“, zugeschrieben. In diesem Buch wird zum erstenmal über den Yin und Yang- Aspekt im Taoismus berichtet, der in den meisten Shu Systemen eine große Rolle spielt.

 

Auch gibt es in China schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ein Kemposystem, welches sich Juedi-Kampf nennt. Die ersten Zweikampfturniere werden aus China im 12.-13. Jh. v. Chr. gemeldet. Das von der Armee benutzte Kempo weist deutliche Parallelen zum griechischen Pankration auf. In Berichten von den olympischen Spielen wird von Schlägen mit der Handkante, Blöcken und verhebelten Würfen gesprochen, welche denen im Osten nicht unähnlich sind. Es wird vermutet das Alexander der Große Kontakt zum asiatischen Kempo hatte.

Konfuzius und Lao Tse

Fest steht, dass Kung Fu Tse (lat. Konfuzius, 551- 479 v. Chr.) und auch Lao Tse von der Kampfkunst beeinflusst waren. Kung Fu Tse, der das Althergekommene pflegen und bewahren wollte, stellte die These auf, dass man die militärischen Künste ebenso beherrschen sollte wie die literarischen. Entscheidenden Einfluss hatte jedoch Lao Tse. Seine Lehre, der Taoismus, wurde von Kung Fu Tse abgelehnt. Es wird auch von einem Streitgespräch der beiden berichtet, das zu ungunsten Kung Fu Tses ausgegangen sein soll.

Während von Kung Fu Tse fast das gesamte Leben aufgezeichnet ist, hat man von Lao Tse wenig mehr als sein Buch ''Dao Dö Djing" (Tao Te King) in der Hand. Der eigentliche Name Lao Tses war Li Erh. Lao Tse ist ein Ehrentitel und bedeutet soviel wie "alter Weiser".

Im Tao Te King brachte er in poetischer Form seinen Lesern den Taois­mus bei. Der Taoismus ist eigentlich eine Lebensweise. Die Gegensätze, die sich ergänzen (Yin und Yan) spielen im Taoismus eine große Rolle.

Die Reinform des Taoismus lehrt uns Bescheidenheit, Zurückhaltung, Demut und heitere, Gelassenheit. Tao, japanisch Do, ist - vereinfacht - der Weg (zur Vervollkommnung). "Der Weg ist das Ziel". An Stelle des Körpers soll der Geist dominieren. Meditation und Atemtechnik sowie die Intensivierung der Willenskraft sollen zur Beherrschung der inneren Energie, des Chi (jap. Ki), führen. Die (taoistischen) buddhistischen Chan-Mönche waren nicht nur die geistigen Gründer des "Kung Fu" im heutigen Sinn, sondern auch die ersten Interpreten. Sie waren diejenigen, die den geistigen Aspekt in die Kampfkunst einbrachten und ihn mit ihr untrennbar verschmolzen

Die enge Verbindung zwischen Buddhismus und Wu Shu wird durch diese Statuen symbolisiert, die zwei Totenwächter am Eingang einer Dharma­Halle eines Tempels darstellen.

Die frühe und späte Han Dynastie

Während der Han Dynastie (206 v. Chr. - 220 n. Chr.) erfuhr die Kampfkunst einen großen Aufschwung. Selbst Kaiser Han Wu Ti (im ersten Jahrhundert) war so begeistert, dass er in seinem Buch der Künste (Han Shu I Wen Chih) den Techniken des Kampfes mit den Händen (Shou Po) nicht weniger als sechs Kapitel widmete. Leider sind diese im Lauf der Jahrhunderte verlorengegangen. In Der späten Han Dynastie hatte ein bekannter Arzt und Chirurg namens Hua To (190-265 n. Chr.) einen Stil geschaffen, der auf Beobachtungen der defensiven und offensiven Bewegung von fünf Tieren basiert;

des Tigers (Kraft des Metalls),

des Hirsches (Kraft des Wassers),

des Affen (Kraft des Feuers),

des Bären (Kraft der Erde) und

des Reihers (Kraft der Luft).

 

In seinem Buch legte er großen Wert auf Atemübungen, die Chi Kung genannt wurden. Sie sollten helfen das Chi unter Kontrolle zu bekommen. Von nun an ziehen sich die Bewegungen von Tieren wie ein roter Faden durch die Geschichte des Kampfsports.

Die Staatsform entwickelte sich langsam von dem absoluten Feudalismus zur Demokratie. Zur gleichen Zeit entstand die Shao Ti-Schule, die erste, deren Geschichte sich bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgen lässt. Pan Huo (39 - 92 n. Chr.) widmete in seinem "Buch der Han Dynastie" ein gesamtes Kapitel der Kunst des Faustkampfes und rühmte Ihren Segen. Dominierend war aber die Schule des Shou Pund  

In jener Zeit der Kampfstil "Ch´ang Shou" (WG: "Lange Hand"), der wohl als direkter Vorläufer des Shaolin Stils "Ch´ang Ch´üan" ("Lange Faust") betrachtet werden kann.

Nach Ausklingen der Han Dynastie, in der Periode der drei Königreiche (220 - 280 n. Chr.) beginnt sich. die erste moderne Ära des Wu Shu abzuzeichnen. Der Athlet Kwok Yee arbeitete auf alten Grundlagen einen Stil aus, den er "Die, lange Hand" nannte. Die Technik der "langen Hand" diente zwar hauptsächlich der Verteidigung; sie hielt den Gegner auf Distanz, konnte, aber auch eine tödliche Gefahr für den Rivalen werden.

Während der Jin-Dynastie(280-316 n. Chr.) verbreitete sich der Buddhismus, aus Indien kommend, in ganz China.

Das Shaolin Kloster wurde 495 n.Chr. im Songshan Gebirge in der Provinz Henan erbaut.

Damals erreichte ein indischer Wandermönch, der den Namen Ba Tuo trug, die Stadt Luoyang in der Provinz Henan. Es ist nicht bekannt, ob er auf dem Land- oder Wasserweg nach China kam. Die schöne Landschaft, insbesondere die des Song Shans, hatte es ihm angetan, und so entschied er, sich hier niederzulassen um ein Kloster zu bauen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz für sein Kloster, unternahm Ba Tuo ausgedehnte Reisen durch die Provinz. So begegnete er eines Tages dem Knaben Hui Guang, der auf einem Hausdach stehend mit einem Federfußball (Yinn) spielte. Ba Tuo, der von Leuten mit besonderen Fähigkeiten schon immer begeistert gewesen war, schaute fasziniert dem Spiel von Hui Guang zund Hui Guang schaffte es mit Leichtigkeit, den Federball 500mal mit seinem Fuß zu spielen, ohne dass dieser den Boden berührte. Nachdem der Knabe sein Spiel beendet hatte, fragte in Ba Tuo, ob er ihn von nun an begleiten würde. Er würde bei ihm wohnen können und immer genug zu Essen haben. Der Knabe stimmte zu und nachdem auch Hui Guangs Mutter eingewilligt hatte, zogen die beiden gemeinsam weiter.

Auf einer ihrer ausgedehnten Wanderungen im Song Shan (noch immer war die geeignete Stelle zum Bau des Klosters nicht gefunden worden) beobachteten Ba Tuo und Hui Guang zwei Tiger, die sich aufs Heftigste bekämpften. Keiner der beiden Tiger wollte obsiegen, bis der Kampf eine unverhoffte Wendung nahm. Denn plötzlich tauchte ein Jäger auf und stellte sich zwischen die beiden mächtigen Tiere. Mit seinen bloßen Händen griff er in den Kampf ein, und es gelang ihm die beiden Tiger zu trennen. Dies verängstigte die beiden Tiere so sehr, dass sie laut heulend Reißaus nahmen.

Ba Tuo, noch fast sprachlos durch das eben Gesehene, eilte sofort auf Seng Zhou (so hieß der Jäger) zu und bat ihn, sich doch ihm als Schüler anzuschließen. Und weil Seng Zhou keiner eigentlichen Beschäftigung nachging, hatte er nichts dagegen einzuwenden.

So zogen sie nun zu dritt weiter. Und schon nach wenigen Tagen erreichten sie einen Ort, der sie durch seine einmalige, natürliche Schönheit faszinierte. Es war eine Stelle im Song Shan-Massiv am Fuße des Shao Shi-Berges. Sofort war für Ba Tuo klar, dass dies der Platz war, an dem sein Kloster entstehen sollte. Doch bevor an einen Bau überhaupt gedacht werden konnte, musste eine Erlaubnis beim Kaiser eingeholt werden. Zu diesem Zweck kehrte Ba Tuo nach Luoyang, der damaligen Hauptstadt der nördlichen Wei-Dynastie, zurück. Nach einigen Tagen wurde ihm ein Empfang bei Kaiser Xiao Wen Di der nördlichen Wei-Dynastie (286 - 535 n.Chr.) gewährt. Der Kaiser war dem Buddhismus gewogen, gab Ba Tuo die Erlaubnis zum Bau des Klosters und stellte ihm dazu ein paar Hektar Land am Shao Shi-Berg im Songshan-Gebirge zur Verfügung (mit einer Widmung an den ersten indischen Mönch BODHIRUCHI).

Die Mönche errichteten hier einen Tempel, umgeben von massiven Steinmauern, und bepflanzten die Umgebung mit jungen Kiefern. Dem Kloster gaben sie den Namen SHAOLIN SSU (Shao: Jung, Lin: Wald, Ssu: Kloster: "Kloster des Jungen Waldes").

Ba Tuo, kam dreißig Jahre vor Bodhidharma von Indien nach China, wobei unklar ist, ob er selbst Wushu praktizierte. Erst Bodhidharmas fünfter Nachfolger, Hui Neng, entwickelte den Zen-Buddhismus zu seiner wahren Größe. Die Chan-Sekte wurde populärer als die meisten anderen buddhistischen Glaubensrichtungen und dominierte schließlich in siebzig Prozent der buddhistischen Tempel des Landes. Doch es gab nur einen Ort, der nicht seiner spirituellen, sondern kämpferischen Errungenschaften wegen berühmt geworden ist: das Shaolin-Kloster. Dieser berühmte Tempel liegt im nördlichen Teil des SHIAO-SHIH-Gebirges auf dem Berg HAO-SHAN.

Ebenfalls um diese Zeit lebte ein Buddhistischer Mönch namens Hui Shen Er brach um das Jahr 452 zu einer 11 000 km langen Entdeckungsreise auf, von der er erst 499 zurückkehrte. Dabei entdeckte er ein neues Land, das er Fusang nannte. Nach neueren Untersuchungen kam man darauf, dass dieses Land dem heutigen Mexiko gleicht. Er hat damit Amerika 500 Jahre vor den Wikingern entdeckt.

Ta Mo (auch Bodhidharma = chin. „Gesetze Buddhas)  

Auch, wenn TA MOs historische Existenz umstritten ist, existieren doch viele Anekdoten und detaillierte Angaben, wie die untenstehend zusammengetragenen:

Ta Mo (480 - 557 n. Chr.) ist in Asien eine bekannte und berühmte Figur, die unter verschiedenen Namen bekannt ist. Die Chinesen nannten ihn PUTITAMO, die Japaner DARUMA TAISHI. Als drittes Kind des Königs Suganda in Madras (Südindien), den 25. König des indischen Teilstaates KACHEEPURIAN, war er nicht nur Mönch sondern auch ein KSATRIA (Krieger) und ist in der indischen Kampfkunst Prajanatra der Kriegerkaste Kshatriyi Vajramushti unterwiesen worden sein. Er reiste von seinem Land per Segelschiff nach China. Den Buddhismus verkündend, zog er durch Südchina und sammelte eine Schar Anhänger um sich. Die Legende weiß zu berichten, dass er dem Kaiser Liang Wu Ti vorgestellt wurde. Nach einer stürmischen Unterredung wurden Ta Mo und seine Anhänger aus dem Reich verbannt. Er pilgerte weiter nach Norden und traf nach vielen Reisen im Jahre 525 im Shaolin Tempel ein. Zuerst wurde ihm jedoch der Zutritt verwehrt. Später, nachdem er letztendlich doch mit offenen Armen empfangen wurde, lehrte er nicht nur eine Richtung des Buddismusses, sondern auch das  Geheimnis verschiedener Atemtechniken. Erst später lehrte er dann eine Kampfkunst-Form der VJARMUSHTI, die er in Indien gelernt hatte. Übersetzt heißt dies: "Denen die die Faust benutzen" und hieraus entstand vermutlich die Kunstform, die von den chinesischen Mönchen CHUAN-FA genannt wurde.  

Bodhidharma war der Sage nach der 28. Nachfolger Buddhas und hat in einer kleinen Höhle oberhalb des Shaolin Klosters neun Jahre stillsitzend vor einer Wand meditiert. Durch die jahrelange Meditation hat die Sonne seine Umrisse in einen Stein gebrannt, der in Shaolin zu besichtigen ist.

Er war sich darüber im klaren, dass nur eiserne Disziplin eine Meditation gewährleisten könne. (Zen ist die Abkürzung für "Zenna" = Versenkung.). Mit Bestürzung musste er feststellen, dass die meisten Mönche durch Disziplinmangel bei schlechter Gesundheit waren und bei der Meditation des öfteren einschliefen. Er ging also daran, diesen Missstand zu beseitigen und arbeitete eine Serie von 18 körperlichen und geistigen Übungen aus, die er Eki Kinkyo (die 'Achtzehn Lohan-Formen') nannte. Es scheint festzustehen, dass die Shaolin-Mönche schon vor der Ankunft Ta Mo's auf dem Gebiet, der Kampfkunst bewandert waren. Sehr wahrscheinlich ist aber auch, dass Ta Mo nach seiner Ankunft alles über den Haufen warf und etwas Neues schuf. Sein Einfluss auf die Kampfkunst ist unbestreitbar. Er wird als den Gründer des Shaolin-"Kung Fu" betrachtet. Bodhidharma blieb bis 535 im Shaolin-Kloster.

 Die Legende über den Buddhisten Bodhidharma besagt weiter, dass dieser nach seinem Tod im Jahr 535 die Essenz seines Kung Fu in zwei Büchern hinterlassen haben soll, von denen das eine, "Vom Reinigen des Marks", verlorengegangen und das andere, "Von der Muskeltransformation", auch heute noch der bestbehütetste Schatz des Shaolin-Klosters sei. Dass diese Werke in einem ihrer Vorworte von dem Militärstrategen Li Jing (571-649) Bodhidharma zugeschrieben werden, ist der einzige Beweis für diese anzuzweifelnde Autorenschaft, zumal "Von der Muskeltransformation" auch von erotischen Passagen durchsetzt sein soll, die dem asketischen Mönch, der Bodhidharma war, nicht zuzurechnen sein können. Die Chan–Lehre (Zen) erreichte eine große Tradition und gewann viele Anhänger. Im Jahre 529 kam der Anführer einer Söldnerabteilung, Meng Zhang, ins Kloster und wurde bald darauf zum Klostervorsteher gewählt. Er führte ein strenges System der Aufnahmeverfahren, der Hierarchien und der Übungsmethoden ein. Die Kunde über die außergewöhnlichen Fähigkeiten der Shaolin–Mönche verbreitete sich schnell. Doch die Kampfkunst der Shaolin–Mönche blieb ein Privileg für jene Auserwählten, die im Kloster aufgenommen wurden. Im Laufe der Zeit entstand das Konzept der Lehrer/Schüler Beziehung als Grundlage zur psychologischen Ausbildung, das zusammen mit einer strengen Klosterordnung die buddhistischen Ziele (Satori ) unterstützte. Bis zu 16 Stunden täglich übten sich die Mönche abwechseln in der Meditation und in den Kampfübungen (Shaolin–Übungen). In einem äußerst harten psychophysischen Training sollten die Mönche in den Bewegungskomplexen (Dao) die Wechselwirkungen zwischen Yin/Yang verstehen und ihr inneres Auge für die Geheimnisse des Seins schulen.

Kaiser T’ai-Tsung verlieh dem Tempel das Recht, zum Selbstschutz eine kleine Gruppe Mönche zu Kämpfern auszubilden.

Bald waren die Mönche im ganzen Land bekannt. Ihre absolute Berühmtheit erhielten sie aber, als der erste Kaiser der Dynastie sie rufen ließ, um seinen unschlagbaren Gegner herauszufordern:

Die Schlacht der 13 Shaolin Mönche

621 n.Chr. (in der Zeit des Übergangs von der Sui zur T'ang Dynastie, 618 - 907 n.Chr.) schlugen die Shaolin Mönche ihre erste Schlacht. Es tobte ein erbitterter Kampf zwischen dem Prinzen Li Shimin und dem Sui-General Wang Shichong. Nach mehreren Tagen war die Tang-Armee Lis geschlagen und der Prinz in Gefangenschaft geraten. Man bat dann die Mönche des Shaolin-Klosters um Hilfe. Angeführt von Tan Zong, Zhi Chao und Hui Yang mit ihren Stöcken, einer der traditionellen Shaolin-Waffen, nahmen dreizehn Mönche durch einen Hinterhalt Wang Shichongs Neffen gefangen, schlugen in dieser berühmten Schlacht von Qianglingkou die Truppen des Shigong in die Flucht und befreiten den Prinzen. Dieser stieg später zum Kaiser der Tang-Dynastie auf. Die Geschichte von der Rettung des Tang-Kaisers, "Dreizehn Knüppel-Mönche retten den Tang-König", ist noch heute eine der beliebtesten Anekdoten aus der Klostergeschichte. Von den vielen Knüppel- oder Stocktechniken sind heute noch ungefähr dreißig überliefert, darunter die 'Augenbrauentechnik', der 'Wind-Feuer-Knüppel', der 'Affenkönig', die 'Kleine Pflaumenblüte' und der 'Fliegende Drache'.

Als Shimin zum Kaiser gekrönt wurde zeigte er sich gegenüber den Shaolin Mönchen sehr großzügig. Der Shaolin Mönch Tang Zong wurde zum großen General ernannt und das Kloster bekam 40 Hektar Land geschenkt. Weiter erhielt das Kloster die Erlaubnis, eine eigene Armee zu bilden. Der Begriff "Kampfmönch" war geboren und die Mönche des Shaolin Klosters standen im gesamten chinesischen Reich in hohem Ansehen.

Fast 300 Jahre lang galten die Mönche des Shaolin Klosters, dank ihrer Perfektion, als unbesiegbar. Als die Regierung im 9. Jahrhundert n. Chr. die öffentliche Verfolgung der Buddhisten einleitete, verließen die Shaolin-Mönche die Klöster. Die Jahre 840 - 846 v. Chr. brachten die Zerstörung 4500 der bedeutendsten und 40.000 der kleineren buddhistischen Zentren.

Blütezeit des Shaolin Klosters

Im Jahre 960 kam Tai Tse, ein großer Kampfkunstexperte, der die Kampfkünste im Shaolin–Kloster gelernt hatte, auf den Kaiserthron und intensivierte die Übung der Kampfkünste bei den Soldaten. Dazu verwendete er einen vereinfachten Shaolin–Stil, aus dem die esoterischen Elemente entfernt waren. Dies war ein aus 32 Verfahren bestehendes System, das auf die Masse zugeschnitten war und weit hinter dem eigentlichem Shaolin–Stil zurückblieb.

Der in der Sung-Dynastie (1103-1142 n. Chr.) lebende General Yüeh Fei (Pinyin: Yue Fei) führte die 8 traditionellen Gymnastik-Übungen (Ba Duan Jin "8 Brokatstücke") des Gong Fu bzw. des Qigong (WG: Chi Kung) ein, und wird als Gründer des Adlerstils (Yue Jia Ien Chao: "Adlerklaue der Yue-Schule") angesehen.

 


Die Mongolen

Kublai Khan, der Enkel des Dschingis Khan, vernichtete 1279 vor Kanton die kaiserliche chinesische Flotte. In der Folge eroberten die Mongolen das zerfallende Reich der Sung, Kublai Khan wurde Kaiser von China und gründete die Yuan-Dynastie (1279-1368 n. Chr.). In dieser Epoche entstand vermutlich der bekannteste Innere Stil/Schule (Nei Jia) des Kung Fu (Gong Fu), das Tai Chi Chuan (PY: Taijiquan). Taiji bedeutet soviel wie "höchster Pol, das ultimative erste Prinzip". Chuan heisst übersetzt "Faust/Faustform". Taijiquan ist also die "Faustform des höchsten Pols". Der Begriff Taiji stammt aus dem Taoismus und bezieht sich auf die Einheit und Relation von Yin und Yang, den taoistischen Prinzipien des Universums.

Unter der Mongolenherrschaft wurden die Kampfkünste im 13. und 14.Jahrhundert erneut intensiviert. Das Shaolin–Kloster unterhielt eine enge Beziehung zum südchinesischen Kaiserhaus. Der Kaiser Chu Yüan Chang bat das Shaolin–Kloster um Hilfe im Kampf gegen die Mongolen. Der Klostervorsteher Hui Fu schickte sechs erfahrene Sifu (Lehrer) an den Kaiserlichen Hof, die die Armee in den Nahkampfverfahren des Shaolin ausbildeten.

Ebenfalls zu Zeiten der Sung-Dynastie lud der Abt des Klosters, Fu Ju, achtzehn Wushu-Experten verschiedener Schulen aus dem ganzen Land zu einem Austausch ein. Sie blieben drei Jahre und brachten schließlich die "Shaolin Kampfanweisung" mit 280 Bewegungsabläufen heraus. Bis zum 13. Jahrhundert blieb dieser Stil die Grundlage der Armeeausbildung.

Die Mongolen wurden schließlich gewaltsam vertrieben und Chu Yüan Chang wurde zum "Hung Wu" ("Sohn des Himmels" Kaiser) ernannt. Damit begann die Epoche der Ming (1368-1644 n. Chr.). Im 16 Jhd. begründeten der Shaolin Mönch Chueh Yuan und ein Mann names Li Sou das Wu Hsing Chuan ("Faustform der 5 Tiere"). Tiger (Hu), Drache (Lung), Kranich (He), Schlange (She) und Leopard (Pao) formen noch heute die 5 traditionellen Tierstile des Shaolin Quan Fa.

Der darauffolgende Kaiser Yongle (1403 - 1425) stützte seine Macht auf eine Geheimpolizei, die von dem Shaolin–Mönch Zhang Wo (1376 bis 1426) angeführt wurde. Zhang Wo war ein außergewöhnlicher Kämpfer und kontrollierte das gesamte Reich dank vieler Agenten, von denen die meisten Shaolin–Mönche waren. Anfang des 15. Jahrhunderts gelangten seine Agenten auch nach Okinawa und führten dort einige Kampfverfahren des Quan Fa ein. In dieser Zeit bestimmte das Shaolin–Kloster die gesamte Politik des Landes.

Doch der neue Kaiser Hong Zi wollte die Bedrohung vom Shaolin loswerden und ließ Zhang Wo hinrichten und seine Agenten verfolgen. Diese verschwanden im Untergrund und errichteten überall im Land Quanfa–Schulen. Doch die Beziehungen zwischen dem Shaolin–Kloster und dem Kaiserhaus waren endgültig ruiniert. Die kämpferischen Entwicklungen im Shaolin wurden in der darauffolgenden Zeit geheimgehalten. Ein entsprechender Erlass wurde von der Shaolin–Leitung herausgegeben. Shaolin–Sifu durften nur noch Buddhisten unterrichten und mussten ins Kloster ziehen.

1374 sandte China Handwerker, Kaufleute und Militärs ( die sog. 36 Familien ) nach Okinawa. Dies ist der erste nachweisbare Kontakt der Okinawaner mit dem chinesischen Boxen und die Wurzeln des Karate.

In der Ming-Dynastie (1368 -1644) erlebte das Shaolin Kung Fu einen enormen Aufschwung. Die Armee des Klosters war nun 2500 Mann stark, und das 'Kung Fu' des Klosters wurde in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt. Die Regierung der Ming-Dynastie förderte das Shaolin 'Kung Fu' in allen möglichen Formen. So wurden Waffentechniken, das Chi-Gong, Meditation und alle bekannten Faustformen zum täglichen Trainingsprogramm der Mönche.

 Die "weichen" Stile

Tai Chi Chuan ist einer der bedeutendsten

"weichen“ Stile neben Pakua und Hsing I  

In der Nang Sung-Dynastie lebte ein General namens Yao Fei (1103-1142 n. Chr.). In dieser Zeit schossen die Schulen wie Pilze aus dem Boden. Yao Fei, ein Meister des Lanzenwurfs, verfeinerte und a. das System des vertikalen Fauststoßes. Sein Stil, Yao Shon Shou, gilt als Basis für die Schulen des geschmeidigen Stils. Seine Idee wurde von Chan Sau Feng (1459 - 1477 n. Chr.) aufgegriffen, der als Taoist erkannte, dass Kraft nicht mit Kraft, sondern mit Nichtkraft beantwortet werden muss. Nicht Yang gegen Yang, sondern Yin gegen Yang. Er gilt als Begründer der Tai Chi Chuan. Mit anderen Worten: er benutzte die Kraft des Gegners, um ihn abzuwehren. Der Sage nach soll Chang Sau Feng durch ein Geräusch im Hof aufmerksam geworden sein und einen Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange beobachtet haben. Der Kranich attackierte die Schlange wieder und wieder. Die Schlange wich in Pendelbewegungen aus und griff blitzschnell selbst an. Als Chan einige Zeit beobachtet hatte, war ihm klar, dass dieses die Grundlage für einen neuen Stil war.

Mit seinem Stil der "geschmeidigen weichen Hand" (Wu Tang Pai) wurde sie Ära der weichen Stile eingeleitet.

Diese alternativen Systeme leiteten einen Verfall der Shaolin Techniken ein. Die Mönche hüllten sich immer in Schweigen. Außerdem war es ihnen auch verboten, Nicht-Buddhisten in ihre Geheimnisse einzuweihen.

Um das Jahr 1556 n. Chr. sah sich ein Meister des Shaolin gezwungen, seinen Stil zu erneuern. Der Name dieses Mannes war Chuen Yuan (oder Kwok Yuen). Als er Priester wurde, hatte er seinen Namen Yan in Chuen Yuan geändert. Basierend auf Ta Mo's 18 Übungen und anderen Techniken schuf er einen Stil mit 72 neuen Techniken. Aber immer noch unzufrieden mit seinem Stil, reiste er im ganzen Land umher, um neue Anregungen zu erhalten. Der Sage nach wohnte Chuen Yuan einem ungewöhnlichen Kampf zwischen einem alten Händler und einem jungen Flegel bei. Was der Rüpel auch versuchte, er konnte dem Alten nicht beikommen. Plötzlich berührte der alte Mann seinen Gegner mit zwei Fingern an dem Fuß, mit dem dieser gerade treten wollte, und so unglaublich es klingt: sein Kontrahent sank zu Boden. Tief beeindruckt bestürmte Chuen den alten Mann namens Li Chien, mit ihm zu kommen, doch der Alte wehrte bescheiden ab, stellte ihn aber seinem Meister Pai Yu Feng aus Sanshi vor. Nach langem Überreden gelang es Chuen, die beiden Alten zum mitkommen zu bewegen. Im Team schufen sie dann aus den 72 Übungen auf der Grundlage der alten Tier-Verfahren (Hua-Tuos) den Stil der "fünfförmigen Faust“, der 170 Grundtechniken beinhaltete, die nach den fünf beim Tieren Schlange, Drache, Kranich, Tiger und Affe eingeteilt sind. Techniken, die im Kempo heute noch enthalten sind.

Pai Yu Feng entwickelte das Tempelboxen weiter, indem er die Tierstile hinzufügte und die Anzahl der Übungen auf 181 erhöhte. Er lehrte, dass die gesamte Vielfalt der Techniken in fünf Tierstilen enthalten sei, die mit den fünf Elementen des Menschen (Geist, Atem, Kraft, Knochen und Sehnen) zu einer Einheit verschmelzen müssen.

Auch stellte Chuen Yuan die zehn berühmten Richtlinien für Kampfkünstler auf. Diese ethischen Richtlinien sind in ähnlicher Form heute noch gütig.

1553 zogen dann vierzig Shaolin Mönche, angeführt von Tian Zhen und Tian Chi, gegen japanische Piraten und bereiteten ihnen eine verheerende Niederlage.

Dank einiger Änderungen gegen 1580 n. Chr. durch Chin Chun Dou und Chi Chi Kuan wurde die Shaolin Schule wieder führend im Land.

Die Meister-Prüfungen im Shaolin Ssu

Das Training soll mit extremen Ausbildungsmethoden geführt worden sein. Es galt die Kampfqualitäten, wie Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Kraft und Ausdauer, zu stärken und zu verbessern. Bei der täglichen Arbeit wurden mit Hilfe von Gewichten und Sandsäcken, die an den Füßen befestigt waren, die Muskeln gestärkt. Die Mönche wurden bei der Arbeit mit Ruten und Stöcken geschlagen, um sie abzuhärten. Um Finger und Fäuste im Sinne der Tierstile (z. B. Adlerklaue und Tigerpranke) zu stählern, wurden die Fäuste in ein Gefäß gestoßen, das am Anfang mit Bohnen, später mit Sand und am Ende mit Blei-/Eisenkugeln gefüllt war. Dicke Seilknoten wurden gelöst und Nägel und Stifte aus Holzbohlen herausgezogen. Diese Übungen über viele Jahre vollzogen, sind eine Erklärung für den furchtbaren Griff mancher Shaolin – Meister.

Der 1. Test bestand aus einer strengen mündlichen Prüfung über Theorie und Geschichte der Kampfkunst.

Die 2. Prüfung war ein richtiger Kampf mit einer Reihe von geübten Mönchen. Wenn ein Student seine Sache gut machte, durfte er sich dem letzten Test unterziehen. Dann wurden z.B. in einem völlig dunklem Raum Messer, Pfeile und Speere auf den Prüfling geschleudert, die er entweder abwehren oder denen er ausweichen musste. Viel Ausdauer-, Schmerzempfindlichkeits- und ähnliche Tests mussten überstanden werden. Die angehenden Mönche sind dann medizinisch behandelt und auf den letzten Test vorbereitet worden.

Die 3. und Abschlußprüfung bildete das durch 36 Kammern führende Labyrinth der 108 Lo Han. Dies war ein mörderischer Gang durch ein speziell konstruiertes Labyrinth, dessen einziger Ausgang das Haupttor des Tempels war. In diesem Labyrinth waren 108 mechanische Puppen verteilt, mit Holzfäusten, rasiermesserscharfen Spießen und Messern und einem ganzen Arsenal von speziellen chinesischen Waffen versehen.

Während sich der Prüfling durch das Labyrinth bewegte, lösten die Planken, auf denen er ging, die Mechanik der Puppen aus. Die Puppen waren nach einem Zufallsmuster programmiert, so dass der Prüfling vorher nie wusste, ob er von einer oder mehreren Puppen oder von keiner angegriffen wurde. Die Bodenplatten lösten nach einem Zufallsmuster die Mechanik der Puppen aus. Bis zu fünf auf einmal. Wer nicht schnell oder ausdauernd genug war, starb in diesem Gewölbe. Die Auslese war gnadenlos. Nur die Besten überlebten.

Wenn der Student es schaffte, sich bis zum Tor durchzuschlagen, erwartete ihn da der Höhepunkt: Der Ausgang war durch eine ca. 250 Kg schwere glühend heiße Urne versperrt. Wenn er ins Freie gelangen wollte, musste der Prüfling seine Arme um die Urne schlagen und sie zur Seite hieven. Dabei wurden ihm von der Urne zwei Symbole in die Unterarme eingebrannt. Einen Drachen auf seinen rechten Arm und einen Tiger auf seinen linken Arm.

Dadurch war er als Absolvent des Shaolin-Tempels gekennzeichnet und fortan wurde er mit äußerster Ehrerbietung und Hochachtung behandelt, wo immer er hinkam.

Die ursprüngliche Ausbildung zum Shaolin-Meister dauerte 10 Jahre. Allein die konzentrierte und effektive Bauchatmung nahm einige Jahre in Anspruch. In den Kampfkünsten der Shaolin wurden weite und tiefe Stände benutzt, um den Schwerpunkt zu senken und die Stabilität zu bewahren.

Die Manchu – Dynastie  (Ching-/bzw. Qing-Dynastie)

Entscheidend kann man auch die Machtergreifung der Manchu bezeichnen. Der letzte Kaiser der Ming Dynastie erhängte sich während einer Revolte und seine Gefolgsleute baten die Stämme der Manchu um Unterstützung gegen den Aufstand. Diese kamen zwar und schlugen den Aufstand nieder, aber entgegen ihrer Zusicherung verließen sie China nicht wieder sondern übernahmen die Macht. In den folgenden 250 Jahren versuchten immer wieder Geheimgesellschaften von Kampfkünstlern, die Manchus zu vertreiben.

Das Schicksal des Shaolin-Tempels nahm aber seinen Lauf, als der erste Kaiser der Ching (Quing/Manchu-) Dynastie (1662 - 1912 n. Chr.) Kaiser Kang Hsi ein Heer der kaiserlichen Elitetruppe zur Grenze schickte, wo es verschiedene Barbareneinfälle gegeben hatte. Diese Elitetruppen wurden von den Barbaren so vernichtend geschlagen, dass der Kaiser sich mit der Bitte um Freiwillige, die ihm helfen sollten, das Land zu verteidigen, an das Volk wand.

128 Mönche aus dem Shaolin-Kloster der Provinz Fukien meldeten sich. Sie waren sehr erfolgreich in diesem Grenzkrieg, sogar so sehr, dass keiner der Mönche verletzt oder gar getötet wurde. Anschließend marschierten sie nach Peking, wo ihnen der Kaiser aus Dankbarkeit einen Jadering schenkte. Der Ring bestand aus einem Schwert, drei Kettengliedern und einem kaiserlichen Lacksiegel in Form eines Dreizacks.

Die Jahre vergingen und der Ruf des Klosters und seiner Selbstverteidigungskunst wuchs. Es gelang dem Shaolin-Kloster während der Manchu-Herrschaft über viele Jahre hinweg den Mongolen Loyalität vorzutäuschen, im Hintergrund jedoch ein Zentrum konspirativer Aktivitäten gegen die Manchus zu sein und z.B. immer wieder flüchtige Aufständige zu verstecken. Als der Kaiser starb, und der Drachenthron den Herrscher wechselte, begann der neue Gouverneur von Fukien, der auf die Berühmtheit der Mönche eifersüchtig war, Verleumdungen über den Tempel zu verbreiten.

Zerstörung des Klosters

Der junge Kaiser, der befürchtete, die Mönche würden sich eines Tages gegen ihn wenden, befahl im Jahre 1673, die Shaolin-Tempel sofort zu vernichten, was auch geschah, ermöglicht durch den Verrat eines Mönches, der die kaiserlichen Truppen auf einem Umweg ins Kloster führte. In dem folgenden Massaker wurde der Tempel fast völlig zerstört, und die meisten Mönche ermordet.  

Ungewollt trug der junge Kaiser dadurch dazu bei, den berühmten Shaolin-Kampfstil außerhalb der Klostermauern und unter Nicht-Mönchen zu verbreiten. Der Legende nach sollen nur 5 Mönche entkommen sein, "die fünf Ahnen", darunter auch eine Nonne namens Ng Mui, deren spätere Schülerin das Wing Chun System entwickeln sollte. Die anderen vier Mönche hießen: Jee Shin Shim Shee, Fung Doe Duk, Mew Hin Too und Bok Mai Too Jung. Diese entwickelten unabhängg voneinander ihre eigenen Stile, nämlich: Ta Hung Men, Lin Chia, Tsai Chia, Li Chia und Mo Chia, auch Hung-, Li-, Mo-, Choy-, und Ta Sheng Men- (oder Affen-) Stil genannt.

Neuere Forschungen belegen aber, dass diese geringe Zahl der entkommenen Mönche so nicht stimmen kann. Es werden mehr überlebt haben müssen.

Die Fünf sollen auch die Geheim-"Gesellschaft der Triade“ gegründet haben. An anderer Stelle wird ihnen auch der Hungbund "Hui-dang" zugeschrieben.  

Die Manchu-Kaiser der Qing-Dynastie (1644-1911) sorgten 1648 per Dekret für ein Verbot jeglichen Kampfsportes bei Todesstrafe und für einen Niedergang der Jahrhunderte alten Tradition des Klosters. Ungeachtet dieses Verbotes waren mehrere 100 verschiedene Shaolinstile im Geheimen in Gebrauch. 1652 setzten sie auch das erste Verbot populärer Romane und Geschichten, speziell über militärische Helden, in Kraft. Dieses Vorgehen wurde mehrere Male durch imperiale Edikte bis ins 19. Jahrhundert wiederholt. Solche Dekrete brachten viele Mönche aus Angst vor Verfolgung auf die Straße, sorgten aber nur dafür, dass im Geheimen weiterpraktiziert wurde, sich das mystische Flair, was dieses Können umgab, weiter verstärkte, das Wissen sich noch mehr ausbreitete und Splitterschulen gegründet wurden. Gegen Ende der Qing-Dynastie gab es mehrere Hundert Stile, von denen jedoch viele wieder verlorengingen.       

Die Klöster

Süd Shaolin Tempel in GuanzhouLange nahm man an, dass es nur ein Shaolin Kloster gäbe. Doch es existierten noch weitere; eines in der Provinz Fujian, nicht weit von der Stadt Guanzhou (Südkloster) und ein drittes in der Provinz  Hebei, am Ufer des Sees Honglong. Durch die Jahrhunderte sind sicher viele weitere dazugekommen. Um den Standort des Süd-Tempels rankten sich viele Gerüchte. Angeblich sollte er auf dem Berg Der Eingang des Shaolin Tempels in Songshan Jiulian in der Provinz Fujian erbaut gewesen sein, doch in Wahrheit war die Bezeichnung 'Jiulian-Berg' nur ein geheimes Paßwort der Anti-Qing-Bewegung gewesen sein. Der wahre Süd-Tempel soll vom Tang-Kaiser Xi Zong (Regierungszeit: 874-880) unter dem vollen Namen 'Der südliche Shaolin Tempel des östlichen Zen-Landfriedens' erbaut worden sein. Angeblich wurde er von der Himmel-Erde-Gesellschaft schließlich niedergebrannt. Viele populäre Helden der wuxia-Literatur, wie Fang Shiyu und Hong Xiguan, entstammen dem Anti-Qing-Widerstand des südlichen Shaolin-Stils.

Die Taiping-Rebellion

Der Widerstand gegen die Manchus wurde fast immer ohne Waffen geführt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts trat Hung Hsiu-Chuan auf den Schauplatz der Geschichte. Der Aufstand von Nanking, auch Taiping Rebellion, begann 1850 unter seiner Leitung. 1851 ließ er sich zum "Himmlischen König" ausrufen. Auf dem Höhepunkt der Taiping Rebellion kontrollierte er halb China. Während dieser Rebellion, die nicht weniger als 14 Jahre dauerte, verloren die Manchus 20 000 Menschen. Sie konnten nur durch das Eingreifen britischer Truppen Herr der Lage werden. Bei Ende der Revolte (1864 n. Chr.) beging Hung Hsiu Chuan Selbstmord, um nicht in die Hände seiner Feinde zu geraten. Sämtliche Rebellen wurden nun grausam hingerichtet. Einige wurden bei lebendigen Leibe zerschnitten.

Der Boxeraufstand

Ausländische Truppen kamen mehr und mehr ins Land (Japaner, Engländer, Deutsche Franzosen und Amerikaner) infolge von Zugeständnissen, Abkommen oder durch direkten Einmarsch.

Eine Armee von Chua Fa- Kämpfern stellte sich ihnen entgegen. Die "Fäuste der rechten Harmoniert (I Ho Chuan) führten die Revolte an. Boxeraufstand: Gefolgt von der Triade, Gesellschaft der weißen Lotosblüte, der Einheit des großen Schwertes, Gesellschaft für Faustkampf, Gerechtigkeit und Eintracht und viele andere.

Im Mai des Jahres 1898 fand unter äußerster Geheimhaltung eine Konferenz statt, bei der viele große Meister anwesend waren. Die meisten schworen) dem anwesenden zukünftigen Kaiser der Ming Dynastie Chang Yeon Wei absolute Treue.

Der heilige, mythische Kaiser Chuan Tu Chant sollte ihren Sieg garantieren. Schließlich vereinigen sich die ''Boxer'' in der "Faust der Eintracht und Gerechtigkeit".

Als dann im Rahmen eines Volksfestes mit Wett­bewerb der Henker mehr als 3000 Sympathisanten und Mitläufer in Peking hingerichtet wurden kam das Fass zum überlaufen.

Erste Übergriffe erfolgten schon im Frühling 1899 in der Schantung Provinz. Von ihrer absoluten Unbesiegbarkeit, auch Messern und Kanonen gegenüber, überzeugt, griffen die "Kung Fu" - Boxer an - und hatten meist Erfolg. Selbst die Anführer hatten nicht mit solch einer Brutalität gerechnet. Frauen, Greise, Kinder, alle wurden kaltblütig getötet. Da zuerst schlecht bewaffnete Vorposten angegriffen wurden, waren die Siege fast schon garantiert. Anfang Juni 1900 gingen sie zum Angriff auf Peking über. Die überraschten Europäer flüchteten in die alte Zitadelle und sahen dem Wüten der Boxer ohnmächtig zu. Am Morgen des 6. Juni erfolgte der Gegenangriff der Engländer aber ihre Eliteregimente gefolgt von Ghurkas und Zouaren wurden bis auf wenige Flüchtlinge niedergeschlagen. Die Verluste der Boxer waren gering, ihr Jubel unbeschreiblich. Am 11. Juni ging ein deutsches Eliteregiment unter Graf Waldersee gegen die Boxer vor. Die 1,90 m großen brandenburgischen Grenadiere waren sich ihres Sieges sicher. Nach einer Stunde flüchteten die letzten Überlebenden. Cheng Ting Hua, ein Meister des Pa Kua, tötete allein 12 Deutsche mit bloßen Händen. Dann aber erleiden die Boxer beim offenen Angriff ihre erste Niederlage. Die Europäer besinnen sich auf die Reichweite ihrer Gewehre und Kanonen.

 Fünfzehn große Meister und 1000 Kämpfer starben. Die Boxer sahen endlich ein, daß sie doch nicht unverwundbar waren. Sie bewaffneten sich mit alten Steinschlossgewehren, Brandbomben und trieben sogar eine alte 5 Tonnen schwere Kanone auf. Sie schlugen mit gleicher Kraft zurück.

Gerade, als die Boxer in die Zitadelle eindringen wollten, griff von ihrem Rücken her die angeforderte Verstärkung der Europäer an, die am 27. August in Form eines Expeditionscorps mit 8000 Mann, 20 Maschinengewehren und mehrere Hundert Kanonen eintraf. Im Feuer zweier Fronten wurden die Boxer buchstäblich zerfetzt. Nur wenige entkamen.

Dieser Kampf dauerte 55 Tage und ist auch als Boxeraufstand bekannt. Der triumphale Sieg der "Boxer" wurde nur dadurch zunichte gemacht, dass Feuerwaffen eingesetzt und neue Truppen eingeschifft wurden. Im Gemetzel wurden Tausende schlecht ausgerüstete "Kung Fu ­Boxer" getötet. Der Boxeraufstand war niedergeschlagen. – Die Ära der Kampfkunst als Kriegsmittel war zu Ende! Mit dem Aufkommen des Kommunismus wurde die Kampfkunst wieder einmal verboten. Der Großteil der Meister emigrierte hauptsächlich nach Hong Kong und Formosa. In den sechziger Jahren wurde das Verbot aufgehoben und im Gegenteil Maßnahmen zur Verbreitung der Kampfkunst angeordnet .

1928 versteckte sich General Fan Chan-Xiu, der in einem Bürgerkrieg unterlegen war vor seinem Verfolger General Shi You-San im Shaolin Kloster. Dieser belagerte es mehrere Tage lang und ließ es schließlich niederbrennen. 40 Tage stand das Kloster in Flammen.

16 Tempel, Kunstwerke, geheime Aufzeichnungen, heilige Reliquien, buddhistische Schriften und unermessliche Schätze fielen dem Feuer zum Opfer. 1957 wurde das Kloster abermals aufgebaut.

 1980 schwang das Pendel erneut zu Gunsten des Klosters. Mit Hilfe der Regierung von Henan, welche den Wert des Klosters erkannte, dem berühmten Film von Jet Li (Shaolin Tempel) und den Touristen, kam das Shaolin Kloster erneut zu großem Ruhm. . Ab 1981 wurde das Kloster großzügig renoviert. Heute ist Chuan Shu (die Kunst des Faustkampfes) bzw. Wu Shu (Kampfkunst) in China sehr beliebt und wird dort schon in den Schulen gelehrt.


Shaolin Kempo als Stilbegriff

Shaolin Kempo, findet seinen Ursprung im KUNTAO MATJAN (Macan). Der Begriff 'Kuntao' ist ein Oberbegriff, der in Südosten Asien viel für Kampfkünste mit chinesischem Ursprung benutzt wird. Der Begriff wird hergeleitet aus den Fukien-Chinesischen (Hokkien) Wörtern für 'Faust' (kun) und Weg oder Methode (tao). Kuntao ist eine, von einer Vielzahl von Kampfkunst-Stilen, die in Indonesien vorhanden sind, wie in Malaysia, an den Küsten Thailands und den westlichen Philippinen, einschließlich Pukulan, Silat, und Pentjak (pencak). Die Verschmelzung der chinesischen Kampfkünste mit Silat  wurde dann als Kun Tao bekannt. Die chinesischen Kampfkünste, die nach Indonesien und die umliegenden Gebieten eingeführt wurden, kamen aus Fukien, Shanghai und aus den Toisan-Gebieten Chinas.


Besonders in zwei Formen von Shaolin oder Sil Lum, nämlich Shaolin Lohan und Sil Lum schwarzer Tiger hat Shaolin Kempo Hadaka seinen Ursprung. Diese Künste kamen durch wandernde Buddhistische Sil Lum Mönche von China nach Südostasien. Einer von diesen war der Sil Lum Mönch Shi Gao Can (Lim Ah Hong) der 1886 in China geboren wurde. Sein Buddhistischer Name war Shi Gao Can (Seh Koh Sam). Er ließ sich 1926 im Cheng Yen Tempel in Indonesien (Sumatra) nieder. Nach ausgedehnten Wanderungen studierende er Buddhismus von Meister Ching Liang im Cheng Yim Tempel und chinesische Medizin von Meister Chee Leow im Cheng Tai Berg Tempel. Er ließ sich dann im Chek Chiang Nan Hai Poi Chee Tempel nieder, wo er Sil Lum Kung Fu von Master Hui Cheng lernte. Dieser war ein Meister der zweiten Kammer der 48. Generation in der Sil Lum Tradition der Kampfkünste.

1947 erhielt Meister Lim die Position des Abtes des Siong Lim Tempel in Singapur. Am 16. Mai 1960 verschied Meister Lim (Cho Si Seh Koh Sam) friedlich mit 74 Jahren.


Zwei Leute begründeten Mitte des 20. Jahrhunderts Shaolin Kempo und machten es unter diesem Namen zunächst in Holland bekannt. Sie waren es, die den Begriff Shaolin Kempo als Stilrichtung prägten. Carel Faulhaber und Gerard Karel Meijers hatten von 1962 bis 1965 eine gemeinsame Kampfsport-Schule. Da Karate damals in Holland sehr populär war, änderten sie den Namen Kuntao (chinesisch, Weg der Faust) in den japanischen Ausdruck Kempo. Kempo hat dieselbe Bedeutung, wie Kuntao. Gleichzeitig wurde 'Shaolin' hinzugefügt, um den Bezug zu den Ursprüngen der Kampfkunst zu verdeutlichen. Außerdem wurden japanische Namen eingeführt wurden, da die Kampfsportler es gewohnt waren, japanische Begriffe zu benutzen. Auch war Si-Jo Faulhaber's Gruppe gezwungen, ihren Stil-Namen in Kempo zu ändern, als sie dem Judokwai Dachverband beitreten wollten. Der Judokwai erlaubte aber nur japanisch verwandte Kampfkünste den Beitritt.

Nach Ihrer Trennung traten SI-Jo Faulhaber und eine Anzahl seinen Fortgeschrittenen, dem holländischen 'Judokwai Verband' bei. 

SI-Gung Meijers formte den 'Ersten holländischen Shaolin Kempo Verband', der wiederum Teil des holländischen Judo und Ju Jitsu Verbandes wurde.

SI Jo FaulhaberDer erste, Carel Faulhaber (2.11.1923-29.07.1974) war Halb-Indonesier.  

Er wurde in Semaran, Zentraljava geboren. Faulhaber war von Kuntao so begeistert, dass er als Kind tagelang nicht zur Schule ging und stattdessen trainierte . Als er 1950 heiratete, war er Sergant 1.Klasse im Holländischen Heer in Neu Guinea. Januar 1954 siedelte er nach Holland um und begann 1959/1960 auch außerhalb seiner Familie zu lehren.  Er erlag mit 50 Jahren seinem Krebsleiden.

PAK (Paatje) Faulhaber beschrieb seine Kunst als eine Mischung zwischen (peranakan) chinesischem Kuntao Matjan (das er von einem "einäugigen Chinesen" lernte) und Javanesischem Pukulan, das er von einem "Dukun" (traditionellen Indonesischen Spirituellen Heiler) lernte. Eine Synthese, in der Kuntao Bewegungen dem Indonesischen Körperbau angepasst wurden. Seine Kampfkunst ist eine Kombination von Sil Lum (Shaolin) schwarzer Tiger, das er entweder direkt von dem Mönch Lim Ah Hong oder von einem seiner Vertretern lernte, sowie Javanesischem Silat.

Kun Tao Matjan = "Weg der Tigerfaust"

Si Gung MeijersDer zweite, der war Gerald Karel Meijers (Prof. Dr. Prinz Ganjuuryn Dschero Khan, 10. Dan Kempo - Sifu-Tze G.K. Meijers), der 1961 in Holland und ab 1966 in Deutschland tätig wurde. Er wurde am 28.08.1928 in Ulan Bator (Mongolei) als Prinz Ganjuuryn Dschero Khan geboren. Aufgrund einer von Bürgerkriegen und politischen Auseinandersetzungen geprägten Zeit flüchtete er 1934 aus der Mongolei nach Shanghai und veränderte seinen Namen in Chen Tao Tse. Im Jahre 1950 reiste er in Holland ein und nahm aus staats- rechtlichen Gründen als Adoptivsohn von General Cornelius Meijers den Namen Gerald Karel Meijers an.

Nach eigenen Angaben lebte er in seiner Jugend in verschiedenen Klöstern und studierte die Kampf- und Kriegskünste China's, in Shaolin erlernte er bei dem Mönch Tao Tse Qi Gong, im Hsi Lin Tempel studierte er die chinesischen Klassiker und die traditionelle chinesische Medizin, im Kloster Hiap Thien Kiong die Kampfkünste Chuan Su und Wu Tang bis zur Meisterschaft. Dschero Khan erlernte weiter das Kun-Tao bei Paatje Faulhaber. Außerdem lernte er bei dem Goju-Ryu Karate Großmeister Gogen Yamaguchi und bei Doshin So, dem Begründer des Shorinji Kempo. Hieraus übernahm Prinz Dschero Khan einen großen Teil der meditativen und philosophischen Aspekte seiner Kampfkunst. Ebenso beeinflusst wurde er durch das Oyama-Karate des niederländischen Kyukushinkai-Karate-Meister John Bluming.

Meijers selber gründete Stilrichtungen wie z. B. das Kong-So-Tao, Shaolin-Kempo, Chan-Shaolin, Dju-Su.  Das Meijers-Kempo kam erstmals 1967 nach Deutschland und ist hier weit verbreitet.


1963 wurde Theodore (Ted) Verschuur (4.Dan, 1937-1981) ein Schüler von Faulhaber. Er gehörte zu den fünf engsten Schülern Faulhabers außerhalb der Familie. Nach Faulhabers Tod versuchte er das "alte" Shaolin Kempo zu erneuern und zu verbessern, um so den weiterentwickelten Stil Shaolin Kempo Hsinshi (Hsinshi - neu geordnet) zu schaffen. Durch seinen frühen Krebstod konnte er jedoch sein Werk nicht ganz vollenden.

Zur technischen Weiterentwicklung trug auch besonders Tjebbe Laeyendecker  bei. Si Jo Verschuur kam in seiner Eigenschaft als Berufssportlehrer der königlichen Luftwaffe der Niederlande dazu, sein Shaolin Kempo in Deutschland zu lehren. Obwohl er im Nato-Stützpunkt in Hessisch Oldendorf stationiert war, unterhielt er ab 1973 in Rinteln mit Si Gung Laeyendecker zusammen ein Dojo. Tjebbe Laeyendecker trainiert noch heute Shaolin Kempo Hsinshi und ist im Vorstand der Kempo Associatie Nederland.