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Die Geschichte des SHAOLIN KEMPO
Anmerkung: Wu
Shu z.B. bedeutet in der Übersetzung soviel wie "Kriegskunst",
wogegen "Kung Fu" ein Modewort ist und lediglich etwa
"wohlerworbenes Wissen" heißt. Es gibt auch anders lautende Übersetzungen
von "Kung Fu", die jedoch allesamt sehr wenig mit dem Kampfsport
zu tun haben. KEMPO hingegen ist der japanische Oberbegriff für die
chinesischen Kampfkünste und hat die selben Schriftzeichen, wie Chuan Fa/Quanfa
(Weg der Faust). Es ist wohl jedem klar, dass die folgende Zusammenstellung nicht den
Anspruch auf Vollständigkeit und Exaktheit erheben kann. Das ist nicht
zuletzt darauf zurückzuführen, dass die Quellen, aus denen sie
erarbeitet wurde, sehr widersprüchlich sind. Auch basiert das heutige
Wissen über die allerersten Anfänge der Kampfsportarten mehr auf
Legenden als auf dokumentierten Berichten, wobei man jedoch sagen muss, dass
jede Legende einen wahren Kern hat. Obwohl im Lauf der Jahrtausende sehr
viel Literaturmaterial verloren ging, kann heute wohl angenommen werden, dass
Kempo (bzw. Wu Shu oder Chuan Fa/Quanfa "Weg der Faust" überhaupt)
auf eine primitive Art des Ringens zurückzuführen ist. Es ist
jedoch unrealistisch, zu glauben, dass sich aus diesen Anfängen
die gesamten asiatischen Kampfsportarten entwickelt haben. Noch illusorischer ist es, anzunehmen,
dass "Kung Fu" sich nur
aus diesen Anfängen und ohne exogene Einflüsse entwickelt habe. Einige
Kampfkunsthistoriker wollen diese Einflüsse auch aus Griechenland oder
Indien kommend wissen (siehe Ta Mo). Sicher ist, dass z.B. Kalaripajat
einiges älter ist als die "Kung Fu"- Stile. Kampfkünstler galten von jeher als eine Mischung aus Ritter und
Revolverheld. Nach Robin Hood-Manier bestraften sie die Bösen und
halfen den armen und unterdrückten. Sie galten als klug und gebildet. Außerdem
waren sie umfassend medizinisch ausgebildet. Sie konnten nicht nur die
Folgen eines Kampfes behandeln und Mixturen mischen, die den Körper abhärten,
sondern verstanden sich auf die Behandlung
jeglicher Leiden. Für das Volk waren sie oft die einzigen Ärzte.
Meistens waren sie auch ganz passable Chemiker. Die Chinesische Schrift
kennt nur ein Zeichen für Medizin und Chemie. Von einem Kampfkünstler
wurde erwartet, dass er die taoistische Philosophie beherrschte. Außerdem
musste er einigermaßen dichten können und mindestens ein Musikinstrument
beherrschen. Die Wu Shu Kämpfer hatten lange Zeit
Einfluss auf Philosophie, Religion
und Kultur gehabt. Die geschichtliche Entwicklung der Chinesischen Kampfkünste Anfänge
Der
Sage nach soll der "große gelbe Kaiser" Huang Ti
(2704 - 2595 v.Chr.) in einem großartigen Kampf gegen das einhörnige
Monster Ch'ih Yu mit einer waffenlosen Kampftechnik gesiegt haben. Aus
diesem legendären Kampf entstand das Go-Ti, eine Kampfsportart, die
ähnlich den Gladiatorenkämpfen im alten Rom immer den Tod eines Kämpfers
zur Folge hatte. Die Kämpfer setzten sich Helme mit Hörnern auf und
versuchten damit den Gegner aufzuschlitzen. Es gab auch schon taktische
Ausweich- und Blockiertechniken. Go-Ti existiert heute noch als
traditioneller Tanz. Unter anderem hat er auch revolutionäres auf dem Gebiet der Akupunktur
geleistet (220 v. Chr. schriftlich festgehalten in " Des gelben
Kaisers medizinischen Lehrbuch für innere Medizin"). Auch in der
Geschichte der Kampfkünste trat er noch einmal auf, und zwar 2674 v.
Chr., als er ein revolutionierendes Kampfsystem mit und ohne Waffen,
"Chiou Ti", vorstellte. Er wird wohl auch sehr zur Verbreitung
der Körperschule und Kampfdisziplin in seiner Zeit beigetragen haben.
Der bekannte Kriegstheoretiker San Tze lebte in dieser frühen Epoche. Die erste authentische Bemerkung über die Kampfkunst finden wir aber
erst in der Chou Dynastie (1066- 403 v. Chr.). Im Buch der Riten und in den Werken des Frühlings und des Herbstes wird
die Kampfkunst kurz und leider nicht näher eingehend abgehandelt. Dieser
Periode wird auch das I-Ging, das "Buch der Wandlungen“,
zugeschrieben. In diesem Buch wird zum erstenmal über den Yin und
Yang- Aspekt im Taoismus berichtet, der in den meisten Shu Systemen
eine große Rolle spielt. Auch gibt es in China schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr. ein
Kemposystem, welches sich Juedi-Kampf nennt. Die ersten Zweikampfturniere
werden aus China im 12.-13. Jh. v. Chr. gemeldet. Das von der Armee
benutzte Kempo weist deutliche Parallelen zum griechischen Pankration auf. In
Berichten von den olympischen Spielen wird von Schlägen mit der Handkante,
Blöcken und verhebelten Würfen gesprochen, welche denen im Osten nicht
unähnlich
sind. Es wird vermutet das Alexander der Große Kontakt zum asiatischen
Kempo hatte. Konfuzius und Lao Tse
Fest steht, dass Kung Fu Tse (lat. Konfuzius, 551-
479 v. Chr.)
und auch Lao Tse von der Kampfkunst beeinflusst waren. Kung Fu Tse, der
das Althergekommene pflegen und bewahren wollte, stellte die These auf, dass
man die militärischen Künste ebenso beherrschen sollte wie die
literarischen. Entscheidenden Einfluss hatte jedoch Lao Tse. Seine Lehre,
der Taoismus, wurde von Kung Fu Tse abgelehnt. Es wird auch von einem
Streitgespräch der beiden berichtet, das zu ungunsten Kung Fu Tses
ausgegangen sein soll. Während von Kung Fu Tse fast das gesamte Leben aufgezeichnet ist, hat man von
Lao Tse wenig mehr als sein Buch ''Dao Dö Djing" (Tao Te King) in
der Hand. Der eigentliche Name Lao Tses war Li Erh. Lao Tse ist ein
Ehrentitel und bedeutet soviel wie "alter Weiser". Im Tao Te King brachte er in poetischer Form seinen Lesern den Taoismus
bei. Der Taoismus ist eigentlich eine Lebensweise. Die Gegensätze, die
sich ergänzen (Yin und Yan) spielen im Taoismus eine große Rolle. Die Reinform des Taoismus lehrt uns Bescheidenheit, Zurückhaltung, Demut
und heitere, Gelassenheit. Tao, japanisch Do, ist - vereinfacht - der Weg (zur Vervollkommnung). "Der Weg ist das
Ziel". An Stelle des Körpers soll der Geist dominieren. Meditation
und Atemtechnik sowie die Intensivierung der Willenskraft sollen zur
Beherrschung der inneren Energie, des Chi (jap. Ki), führen. Die (taoistischen)
buddhistischen Chan-Mönche waren nicht nur die geistigen Gründer des
"Kung Fu" im heutigen Sinn, sondern auch die ersten Interpreten.
Sie waren diejenigen, die den geistigen Aspekt in die Kampfkunst
einbrachten und ihn mit ihr untrennbar verschmolzen Die
enge Verbindung zwischen Buddhismus und Wu Shu wird durch diese Statuen
symbolisiert, die zwei Totenwächter am Eingang einer DharmaHalle eines
Tempels darstellen. Die frühe und späte Han
Dynastie Während der Han Dynastie (206 v. Chr.
- 220 n. Chr.) erfuhr die
Kampfkunst einen großen Aufschwung. Selbst Kaiser Han Wu Ti (im ersten
Jahrhundert) war so begeistert, dass er in seinem Buch der Künste (Han
Shu I Wen Chih) den Techniken des Kampfes mit den Händen (Shou Po) nicht
weniger als sechs Kapitel widmete. Leider sind diese im Lauf der
Jahrhunderte verlorengegangen. In Der späten Han Dynastie hatte ein
bekannter Arzt und Chirurg namens Hua To (190-265 n. Chr.) einen
Stil geschaffen, der auf Beobachtungen der defensiven und offensiven
Bewegung von fünf Tieren basiert;
des Tigers (Kraft des Metalls), des Hirsches (Kraft des Wassers), des Affen (Kraft des Feuers), des Bären (Kraft der Erde) und des Reihers (Kraft der Luft). In seinem Buch legte er großen Wert auf Atemübungen, die Chi Kung
genannt wurden. Sie sollten helfen das Chi unter Kontrolle zu bekommen.
Von nun an ziehen sich die Bewegungen von Tieren wie ein roter Faden durch
die Geschichte des Kampfsports. Die Staatsform entwickelte sich langsam von dem absoluten Feudalismus zur
Demokratie. Zur gleichen Zeit entstand die Shao Ti-Schule, die
erste, deren Geschichte sich bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgen lässt.
Pan Huo (39 - 92 n. Chr.) widmete in seinem "Buch der Han
Dynastie" ein gesamtes Kapitel der Kunst des Faustkampfes und rühmte
Ihren Segen. Dominierend war aber die Schule des Shou Pund In jener Zeit der Kampfstil "Ch´ang Shou" (WG:
"Lange Hand"), der wohl als direkter Vorläufer des Shaolin
Stils "Ch´ang Ch´üan" ("Lange Faust") betrachtet
werden kann. Nach Ausklingen der Han Dynastie, in der Periode der drei Königreiche
(220 - 280 n. Chr.) beginnt sich. die erste moderne Ära des Wu Shu
abzuzeichnen. Der Athlet Kwok Yee arbeitete auf alten Grundlagen einen
Stil aus, den er "Die, lange Hand" nannte. Die Technik der
"langen Hand" diente zwar hauptsächlich der Verteidigung; sie
hielt den Gegner auf Distanz, konnte, aber auch eine tödliche Gefahr für
den Rivalen werden. Während der Jin-Dynastie(280-316 n. Chr.) verbreitete sich
der Buddhismus, aus Indien kommend, in ganz China.
Damals erreichte ein indischer Wandermönch, der den Namen Ba Tuo trug, die Stadt Luoyang in der Provinz Henan. Es ist nicht bekannt, ob er auf dem Land- oder Wasserweg nach China kam. Die schöne Landschaft, insbesondere die des Song Shans, hatte es ihm angetan, und so entschied er, sich hier niederzulassen um ein Kloster zu bauen. Auf der Suche nach einem geeigneten Platz für sein Kloster, unternahm Ba Tuo ausgedehnte Reisen durch die Provinz. So begegnete er eines Tages dem Knaben Hui Guang, der auf einem Hausdach stehend mit einem Federfußball (Yinn) spielte. Ba Tuo, der von Leuten mit besonderen Fähigkeiten schon immer begeistert gewesen war, schaute fasziniert dem Spiel von Hui Guang zund Hui Guang schaffte es mit Leichtigkeit, den Federball 500mal mit seinem Fuß zu spielen, ohne dass dieser den Boden berührte. Nachdem der Knabe sein Spiel beendet hatte, fragte in Ba Tuo, ob er ihn von nun an begleiten würde. Er würde bei ihm wohnen können und immer genug zu Essen haben. Der Knabe stimmte zu und nachdem auch Hui Guangs Mutter eingewilligt hatte, zogen die beiden gemeinsam weiter. Auf einer ihrer ausgedehnten Wanderungen im Song Shan (noch immer war die geeignete Stelle zum Bau des Klosters nicht gefunden worden) beobachteten Ba Tuo und Hui Guang zwei Tiger, die sich aufs Heftigste bekämpften. Keiner der beiden Tiger wollte obsiegen, bis der Kampf eine unverhoffte Wendung nahm. Denn plötzlich tauchte ein Jäger auf und stellte sich zwischen die beiden mächtigen Tiere. Mit seinen bloßen Händen griff er in den Kampf ein, und es gelang ihm die beiden Tiger zu trennen. Dies verängstigte die beiden Tiere so sehr, dass sie laut heulend Reißaus nahmen. Ba Tuo, noch fast sprachlos durch das eben Gesehene, eilte sofort auf Seng Zhou (so hieß der Jäger) zu und bat ihn, sich doch ihm als Schüler anzuschließen. Und weil Seng Zhou keiner eigentlichen Beschäftigung nachging, hatte er nichts dagegen einzuwenden. So zogen sie nun zu dritt weiter. Und schon nach wenigen Tagen erreichten sie einen Ort, der sie durch seine einmalige, natürliche Schönheit faszinierte. Es war eine Stelle im Song Shan-Massiv am Fuße des Shao Shi-Berges. Sofort war für Ba Tuo klar, dass dies der Platz war, an dem sein Kloster entstehen sollte. Doch bevor an einen Bau überhaupt gedacht werden konnte, musste eine Erlaubnis beim Kaiser eingeholt werden. Zu diesem Zweck kehrte Ba Tuo nach Luoyang, der damaligen Hauptstadt der nördlichen Wei-Dynastie, zurück. Nach einigen Tagen wurde ihm ein Empfang bei Kaiser Xiao Wen Di der nördlichen Wei-Dynastie (286 - 535 n.Chr.) gewährt. Der Kaiser war dem Buddhismus gewogen, gab Ba Tuo die Erlaubnis zum Bau des Klosters und stellte ihm dazu ein paar Hektar Land am Shao Shi-Berg im Songshan-Gebirge zur Verfügung (mit einer Widmung an den ersten indischen Mönch BODHIRUCHI). Die Mönche errichteten hier einen Tempel, umgeben von massiven Steinmauern, und bepflanzten die Umgebung mit jungen Kiefern. Dem Kloster gaben sie den Namen SHAOLIN SSU (Shao: Jung, Lin: Wald, Ssu: Kloster: "Kloster des Jungen Waldes"). Ba Tuo, kam dreißig Jahre vor Bodhidharma
von Indien nach China, wobei unklar ist, ob er selbst Wushu praktizierte.
Erst Bodhidharmas fünfter Nachfolger, Hui Neng, entwickelte den Zen-Buddhismus
zu seiner wahren Größe. Die Chan-Sekte wurde populärer als die meisten
anderen buddhistischen Glaubensrichtungen und dominierte schließlich in
siebzig Prozent der buddhistischen Tempel des Landes. Doch es gab nur
einen Ort, der nicht seiner spirituellen, sondern kämpferischen Errungenschaften wegen berühmt geworden ist: das Shaolin-Kloster.
Dieser
berühmte Tempel liegt im nördlichen Teil des SHIAO-SHIH-Gebirges auf dem
Berg HAO-SHAN. Ebenfalls um diese Zeit lebte ein Buddhistischer Mönch namens Hui Shen
Er brach um das Jahr 452 zu einer 11 000 km langen Entdeckungsreise auf,
von der er erst 499 zurückkehrte.
Dabei entdeckte er ein neues Land, das er Fusang nannte. Nach neueren
Untersuchungen kam man darauf, dass dieses Land dem heutigen Mexiko
gleicht. Er hat damit Amerika 500 Jahre vor den Wikingern entdeckt. Ta
Mo (auch
Bodhidharma = chin. „Gesetze Buddhas)
Bodhidharma war der Sage nach der 28. Nachfolger Buddhas und hat in einer kleinen Höhle oberhalb des Shaolin Klosters neun Jahre stillsitzend vor einer Wand meditiert. Durch die jahrelange Meditation hat die Sonne seine Umrisse in einen Stein gebrannt, der in Shaolin zu besichtigen ist. Er war sich darüber im klaren, dass
nur eiserne Disziplin eine
Meditation gewährleisten könne. (Zen ist die Abkürzung für "Zenna" = Versenkung.). Mit
Bestürzung musste er feststellen, dass die meisten Mönche durch
Disziplinmangel bei schlechter Gesundheit waren und bei der Meditation des
öfteren einschliefen. Er ging also daran, diesen Missstand zu beseitigen
und arbeitete eine Serie von 18 körperlichen und geistigen Übungen aus,
die er Eki Kinkyo (die 'Achtzehn Lohan-Formen') nannte.
Es scheint festzustehen, dass die Shaolin-Mönche schon vor der
Ankunft Ta Mo's auf dem Gebiet, der Kampfkunst
bewandert waren. Sehr wahrscheinlich ist aber
Kaiser
T’ai-Tsung verlieh dem Tempel das Recht, zum Selbstschutz eine kleine
Gruppe Mönche zu Kämpfern auszubilden. Die
Schlacht der 13 Shaolin Mönche
Als Shimin zum Kaiser gekrönt wurde zeigte er sich gegenüber den
Shaolin Mönchen sehr großzügig. Der Shaolin Mönch Tang Zong wurde zum
großen General ernannt und das Kloster bekam 40 Hektar Land geschenkt.
Weiter erhielt das Kloster die Erlaubnis, eine eigene Armee zu bilden. Der
Begriff "Kampfmönch" war geboren und die Mönche des Shaolin
Klosters standen im gesamten chinesischen Reich in hohem Ansehen. Fast 300 Jahre lang galten die Mönche des Shaolin Klosters, dank ihrer
Perfektion, als unbesiegbar. Als die Regierung im 9. Jahrhundert n. Chr.
die öffentliche Verfolgung der Buddhisten einleitete, verließen die
Shaolin-Mönche die Klöster. Die Jahre 840 - 846 v. Chr. brachten
die Zerstörung 4500 der bedeutendsten und 40.000 der kleineren
buddhistischen
Blütezeit
des Shaolin Klosters
Der
in der Sung-Dynastie (1103-1142 n. Chr.) lebende General Yüeh Fei (Pinyin:
Yue Fei) führte die 8 traditionellen Gymnastik-Übungen (Ba Duan Jin
"8 Brokatstücke") des Gong Fu bzw. des Qigong (WG: Chi Kung)
ein, und wird als Gründer des Adlerstils (Yue Jia Ien Chao:
"Adlerklaue der Yue-Schule") angesehen. Die Mongolen
Ebenfalls zu Zeiten der Sung-Dynastie lud der Abt des Klosters, Fu Ju, achtzehn Wushu-Experten verschiedener Schulen aus dem ganzen Land zu einem Austausch ein. Sie blieben drei Jahre und brachten schließlich die "Shaolin Kampfanweisung" mit 280 Bewegungsabläufen heraus. Bis zum 13. Jahrhundert blieb dieser Stil die Grundlage der Armeeausbildung. Die
Mongolen wurden schließlich gewaltsam vertrieben und Chu Yüan Chang
wurde zum "Hung Wu" ("Sohn des Himmels" Kaiser)
ernannt. Damit begann die Epoche der Ming (1368-1644 n. Chr.). Im 16 Jhd.
begründeten der Shaolin Mönch Chueh Yuan und ein Mann names Li Sou das
Wu Hsing Chuan ("Faustform der 5 Tiere"). Tiger (Hu), Drache
(Lung), Kranich (He), Schlange (She) und Leopard (Pao) formen noch heute
die 5 traditionellen Tierstile des Shaolin Quan Fa.
Der darauffolgende Kaiser Yongle (1403 - 1425) stützte seine Macht auf eine Geheimpolizei, die von dem Shaolin–Mönch Zhang Wo (1376 bis 1426) angeführt wurde. Zhang Wo war ein außergewöhnlicher Kämpfer und kontrollierte das gesamte Reich dank vieler Agenten, von denen die meisten Shaolin–Mönche waren. Anfang des 15. Jahrhunderts gelangten seine Agenten auch nach Okinawa und führten dort einige Kampfverfahren des Quan Fa ein. In dieser Zeit bestimmte das Shaolin–Kloster die gesamte Politik des Landes. Doch der neue Kaiser Hong Zi wollte die Bedrohung vom Shaolin loswerden und ließ Zhang Wo hinrichten und seine Agenten verfolgen. Diese verschwanden im Untergrund und errichteten überall im Land Quanfa–Schulen. Doch die Beziehungen zwischen dem Shaolin–Kloster und dem Kaiserhaus waren endgültig ruiniert. Die kämpferischen Entwicklungen im Shaolin wurden in der darauffolgenden Zeit geheimgehalten. Ein entsprechender Erlass wurde von der Shaolin–Leitung herausgegeben. Shaolin–Sifu durften nur noch Buddhisten unterrichten und mussten ins Kloster ziehen. 1374 sandte China Handwerker, Kaufleute und Militärs ( die sog. 36 Familien ) nach Okinawa. Dies ist der erste nachweisbare Kontakt der Okinawaner mit dem chinesischen Boxen und die Wurzeln des Karate. In der Ming-Dynastie (1368 -1644) erlebte das Shaolin Kung Fu einen enormen Aufschwung. Die Armee des Klosters war nun 2500 Mann stark, und das 'Kung Fu' des Klosters wurde in unzähligen Varianten und Techniken ausgeübt. Die Regierung der Ming-Dynastie förderte das Shaolin 'Kung Fu' in allen möglichen Formen. So wurden Waffentechniken, das Chi-Gong, Meditation und alle bekannten Faustformen zum täglichen Trainingsprogramm der Mönche.
Tai
Chi Chuan ist einer "weichen“
Stile neben
In der Nang Sung-Dynastie lebte ein General namens Yao Fei (1103-1142 n. Chr.). In dieser Zeit schossen die Schulen wie Pilze aus dem Boden. Yao Fei, ein Meister des Lanzenwurfs, verfeinerte und a. das System des vertikalen Fauststoßes. Sein Stil, Yao Shon Shou, gilt als Basis für die Schulen des geschmeidigen Stils. Seine Idee wurde von Chan Sau Feng (1459 - 1477 n. Chr.) aufgegriffen, der als Taoist erkannte, dass Kraft nicht mit Kraft, sondern mit Nichtkraft beantwortet werden muss. Nicht Yang gegen Yang, sondern Yin gegen Yang. Er gilt als Begründer der Tai Chi Chuan. Mit anderen Worten: er benutzte die Kraft des Gegners, um ihn abzuwehren. Der Sage nach soll Chang Sau Feng durch ein Geräusch im Hof aufmerksam geworden sein und einen Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange beobachtet haben. Der Kranich attackierte die Schlange wieder und wieder. Die Schlange wich in Pendelbewegungen aus und griff blitzschnell selbst an. Als Chan einige Zeit beobachtet hatte, war ihm klar, dass dieses die Grundlage für einen neuen Stil war. Mit seinem Stil der "geschmeidigen weichen Hand" (Wu Tang Pai) wurde sie Ära der weichen Stile eingeleitet. Diese alternativen Systeme leiteten einen Verfall der Shaolin Techniken ein. Die Mönche hüllten sich immer in Schweigen. Außerdem war es ihnen auch verboten, Nicht-Buddhisten in ihre Geheimnisse einzuweihen.
Pai Yu
Feng entwickelte das Tempelboxen weiter, indem er die Tierstile hinzufügte
und die Anzahl der Übungen auf 181 erhöhte. Er lehrte, dass die gesamte
Vielfalt der Techniken in fünf Tierstilen enthalten sei, die mit den fünf
Elementen des Menschen (Geist, Atem, Kraft, Knochen und Sehnen) zu einer
Einheit verschmelzen müssen. Auch stellte Chuen Yuan die zehn berühmten Richtlinien für Kampfkünstler auf. Diese ethischen Richtlinien sind in ähnlicher Form heute noch gütig. 1553 zogen dann vierzig Shaolin Mönche,
angeführt von Tian Zhen und Tian Chi, gegen japanische Piraten und
bereiteten ihnen eine verheerende Niederlage. Dank einiger Änderungen gegen 1580 n. Chr. durch Chin Chun Dou und Chi
Chi Kuan wurde die Shaolin Schule wieder führend im Land. Die
Meister-Prüfungen im Shaolin Ssu
Der 1. Test bestand aus einer strengen mündlichen Prüfung über Theorie und Geschichte der Kampfkunst. Die 2. Prüfung war ein richtiger Kampf mit einer Reihe von geübten Mönchen. Wenn ein Student seine Sache gut machte, durfte er sich dem letzten Test unterziehen. Dann wurden z.B. in einem völlig dunklem Raum Messer, Pfeile und Speere auf den Prüfling geschleudert, die er entweder abwehren oder denen er ausweichen musste. Viel Ausdauer-, Schmerzempfindlichkeits- und ähnliche Tests mussten überstanden werden. Die angehenden Mönche sind dann medizinisch behandelt und auf den letzten Test vorbereitet worden. Die 3. und Abschlußprüfung bildete das durch 36 Kammern führende Labyrinth der 108 Lo Han. Dies war ein mörderischer Gang durch ein speziell konstruiertes Labyrinth, dessen einziger Ausgang das Haupttor des Tempels war. In diesem Labyrinth waren 108 mechanische Puppen verteilt, mit Holzfäusten, rasiermesserscharfen Spießen und Messern und einem ganzen Arsenal von speziellen chinesischen Waffen versehen. Während
sich der Prüfling durch das Labyrinth bewegte, lösten die Planken, auf
denen er ging, die Mechanik der Puppen aus. Die Puppen waren nach einem
Zufallsmuster programmiert, so dass der Prüfling vorher nie wusste, ob er
von einer oder mehreren Puppen oder von keiner angegriffen wurde. Die Bodenplatten lösten nach einem Zufallsmuster die
Mechanik der Puppen aus. Bis zu fünf auf einmal. Wer nicht schnell oder
ausdauernd genug war, starb in diesem Gewölbe. Die Auslese war gnadenlos.
Nur die Besten überlebten. Wenn der Student es schaffte, sich bis zum Tor durchzuschlagen, erwartete ihn da der Höhepunkt: Der Ausgang war durch eine ca. 250 Kg schwere glühend heiße Urne versperrt. Wenn er ins Freie gelangen wollte, musste der Prüfling seine Arme um die Urne schlagen und sie zur Seite hieven. Dabei wurden ihm von der Urne zwei Symbole in die Unterarme eingebrannt. Einen Drachen auf seinen rechten Arm und einen Tiger auf seinen linken Arm. Dadurch war er als Absolvent des Shaolin-Tempels gekennzeichnet und fortan wurde er mit äußerster Ehrerbietung und Hochachtung behandelt, wo immer er hinkam. Die ursprüngliche Ausbildung zum Shaolin-Meister dauerte 10 Jahre. Allein die konzentrierte und effektive Bauchatmung nahm einige Jahre in Anspruch. In den Kampfkünsten der Shaolin wurden weite und tiefe Stände benutzt, um den Schwerpunkt zu senken und die Stabilität zu bewahren. Die
Manchu – Dynastie (Ching-/bzw.
Qing-Dynastie)
Das Schicksal des Shaolin-Tempels nahm aber seinen Lauf, als der
erste Kaiser der Ching (Quing/Manchu-) Dynastie (1662 - 1912 n.
Chr.) Kaiser Kang Hsi ein Heer der kaiserlichen Elitetruppe zur Grenze
schickte, wo es verschiedene Barbareneinfälle gegeben hatte. Diese
Elitetruppen wurden von den Barbaren so vernichtend geschlagen, dass der
Kaiser sich mit der Bitte um Freiwillige, die ihm helfen sollten, das Land
zu verteidigen, an das Volk wand. 128 Mönche aus dem
Shaolin-Kloster der Provinz Fukien meldeten sich. Sie waren sehr
erfolgreich in diesem Grenzkrieg, sogar so sehr, dass keiner der Mönche
verletzt oder gar getötet wurde. Anschließend marschierten sie nach
Peking, wo ihnen der Kaiser aus Dankbarkeit einen Jadering schenkte. Der
Ring bestand aus einem Schwert, drei Kettengliedern und einem kaiserlichen
Lacksiegel in Form eines Dreizacks. Die Jahre vergingen und der Ruf des Klosters und seiner
Selbstverteidigungskunst wuchs. Es gelang dem Shaolin-Kloster während der
Manchu-Herrschaft über viele Jahre hinweg den Mongolen Loyalität vorzutäuschen,
im Hintergrund jedoch ein Zentrum konspirativer Aktivitäten gegen die
Manchus zu sein und z.B. immer wieder flüchtige Aufständige zu
verstecken. Als der Kaiser starb, und der Drachenthron den Herrscher
wechselte, begann der neue Gouverneur von Fukien, der auf die Berühmtheit
der Mönche eifersüchtig war, Verleumdungen über den Tempel zu
verbreiten.
Ungewollt trug der junge Kaiser dadurch dazu bei, den berühmten Shaolin-Kampfstil
außerhalb der Klostermauern und unter Nicht-Mönchen zu verbreiten. Der
Legende nach sollen nur 5 Mönche entkommen sein, "die fünf
Ahnen", darunter auch eine Nonne namens Ng Mui, deren
spätere Schülerin das Wing Chun System entwickeln sollte. Die anderen
vier Mönche hießen: Jee Shin Shim Shee, Fung Doe Duk, Mew Hin Too und
Bok Mai Too Jung. Diese entwickelten unabhängg voneinander ihre
eigenen Stile, nämlich: Ta Hung Men, Lin Chia, Tsai Chia, Li Chia und Mo
Chia, auch Hung-, Li-, Mo-, Choy-, und Ta Sheng Men- (oder Affen-) Stil
genannt. Neuere
Forschungen belegen aber, dass diese geringe Zahl der entkommenen Mönche
so nicht stimmen kann. Es werden mehr überlebt haben müssen. Die
Fünf sollen auch die Geheim-"Gesellschaft der Triade“ gegründet
haben. An anderer Stelle wird ihnen auch der Hungbund "Hui-dang"
zugeschrieben. Die
Manchu-Kaiser der Qing-Dynastie (1644-1911) sorgten 1648 per Dekret für
ein Verbot jeglichen Kampfsportes bei Todesstrafe und für einen
Niedergang der Jahrhunderte alten Tradition des Klosters.
Ungeachtet dieses Verbotes
waren mehrere 100 verschiedene Shaolinstile im Geheimen in Gebrauch.
1652 setzten sie auch das erste Verbot populärer Romane und Geschichten,
speziell über militärische Helden, in Kraft. Dieses Vorgehen wurde
mehrere Male durch imperiale Edikte bis ins 19. Jahrhundert wiederholt.
Solche Dekrete brachten viele Mönche aus Angst vor Verfolgung auf die
Straße, sorgten aber nur dafür, dass im Geheimen weiterpraktiziert
wurde, sich das mystische Flair, was dieses Können umgab, weiter verstärkte,
das Wissen sich noch mehr ausbreitete und Splitterschulen gegründet
wurden. Gegen Ende der Qing-Dynastie gab es mehrere Hundert Stile, von
denen jedoch viele wieder verlorengingen. Die
Klöster
Die
Taiping-Rebellion Der Widerstand gegen die Manchus wurde fast immer ohne Waffen geführt.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts trat Hung Hsiu-Chuan auf den
Schauplatz der Geschichte. Der Aufstand von Nanking, auch Taiping
Rebellion, begann 1850 unter seiner Leitung. 1851 ließ er sich zum
"Himmlischen König" ausrufen. Auf dem Höhepunkt der Taiping
Rebellion kontrollierte er halb China. Während dieser Rebellion, die
nicht weniger als 14 Jahre dauerte, verloren die Manchus 20 000 Menschen.
Sie konnten nur durch das Eingreifen britischer Truppen Herr der Lage
werden. Bei Ende der Revolte (1864 n. Chr.) beging Hung Hsiu Chuan
Selbstmord, um nicht in die Hände seiner Feinde zu geraten. Sämtliche
Rebellen wurden nun grausam hingerichtet. Einige wurden bei lebendigen
Leibe zerschnitten. Der Boxeraufstand Ausländische Truppen kamen mehr und mehr ins Land (Japaner, Engländer, Deutsche Franzosen und Amerikaner) infolge von Zugeständnissen, Abkommen oder durch direkten Einmarsch. Eine Armee von Chua Fa- Kämpfern stellte sich ihnen entgegen. Die "Fäuste der rechten Harmoniert (I Ho Chuan) führten die Revolte an. Boxeraufstand: Gefolgt von der Triade, Gesellschaft der weißen Lotosblüte, der Einheit des großen Schwertes, Gesellschaft für Faustkampf, Gerechtigkeit und Eintracht und viele andere. Im Mai des Jahres 1898 fand unter äußerster Geheimhaltung eine Konferenz
statt, bei der viele große Meister anwesend waren. Die meisten schworen)
dem anwesenden zukünftigen Kaiser der Ming Dynastie Chang Yeon Wei
absolute Treue. Der heilige, mythische Kaiser Chuan Tu Chant sollte ihren Sieg
garantieren. Schließlich vereinigen sich die ''Boxer'' in der "Faust
der Eintracht und Gerechtigkeit". Als dann im Rahmen eines Volksfestes mit Wettbewerb der Henker mehr als
3000 Sympathisanten und Mitläufer in Peking hingerichtet wurden kam das Fass
zum überlaufen. Erste Übergriffe erfolgten schon im Frühling 1899 in der Schantung
Provinz. Von ihrer absoluten Unbesiegbarkeit, auch Messern und Kanonen
gegenüber, überzeugt, griffen die "Kung Fu" - Boxer an - und hatten meist Erfolg. Selbst die Anführer hatten nicht mit
solch einer Brutalität gerechnet. Frauen, Greise, Kinder, alle wurden
kaltblütig getötet. Da zuerst schlecht bewaffnete Vorposten angegriffen
wurden, waren die Siege fast schon garantiert. Anfang Juni 1900 gingen sie
zum Angriff auf Peking über. Die überraschten Europäer flüchteten in
die alte Zitadelle und sahen dem Wüten der Boxer ohnmächtig zu. Am
Morgen des 6. Juni erfolgte der Gegenangriff der Engländer aber ihre
Eliteregimente gefolgt von Ghurkas und Zouaren wurden bis auf wenige Flüchtlinge
niedergeschlagen. Die Verluste der Boxer waren gering, ihr Jubel
unbeschreiblich. Am 11. Juni ging ein deutsches Eliteregiment unter Graf
Waldersee gegen die Boxer vor. Die 1,90 m großen brandenburgischen
Grenadiere waren sich ihres Sieges sicher. Nach einer Stunde flüchteten
die letzten Überlebenden. Cheng Ting Hua, ein Meister des Pa Kua, tötete
allein 12 Deutsche mit bloßen Händen. Dann aber erleiden die Boxer beim
offenen Angriff ihre erste Niederlage. Die Europäer besinnen sich auf die
Reichweite ihrer Gewehre und Kanonen. Gerade, als die Boxer in die Zitadelle eindringen wollten, griff von
ihrem Rücken her die angeforderte Verstärkung der Europäer an, die am
27. August in Form eines Expeditionscorps mit 8000 Mann, 20
Maschinengewehren und mehrere Hundert Kanonen eintraf. Im Feuer zweier
Fronten wurden die Boxer buchstäblich zerfetzt. Nur wenige entkamen. Dieser Kampf dauerte 55 Tage und ist auch als Boxeraufstand bekannt. Der
triumphale Sieg der "Boxer" wurde nur dadurch zunichte gemacht, dass
Feuerwaffen eingesetzt und neue Truppen eingeschifft wurden. Im
Gemetzel wurden Tausende schlecht ausgerüstete "Kung Fu Boxer"
getötet. Der Boxeraufstand war niedergeschlagen. – Die Ära der
Kampfkunst als Kriegsmittel war zu Ende! Mit dem Aufkommen des Kommunismus
wurde die Kampfkunst wieder einmal verboten. Der Großteil der Meister
emigrierte hauptsächlich nach Hong Kong und Formosa. In den sechziger
Jahren wurde das Verbot aufgehoben und im Gegenteil Maßnahmen zur
Verbreitung der Kampfkunst angeordnet . 1928 versteckte sich
General Fan Chan-Xiu, der in einem Bürgerkrieg unterlegen war vor seinem
Verfolger General Shi You-San im Shaolin Kloster. Dieser belagerte
es mehrere Tage lang und ließ es schließlich niederbrennen. 40
Tage stand das Kloster in Flammen. 16 Tempel, Kunstwerke, geheime Aufzeichnungen, heilige Reliquien,
buddhistische Schriften und unermessliche Schätze fielen dem Feuer zum
Opfer. 1957 wurde das Kloster abermals aufgebaut. Shaolin
Kempo als Stilbegriff Shaolin
Kempo, findet seinen Ursprung im KUNTAO MATJAN (Macan). Der
Begriff 'Kuntao' ist
ein Oberbegriff, der in Südosten Asien viel für Kampfkünste mit
chinesischem Ursprung benutzt wird. Der Begriff wird hergeleitet aus den
Fukien-Chinesischen (Hokkien) Wörtern für 'Faust' (kun)
und Weg oder Methode (tao).
Kuntao ist eine, von einer Vielzahl von Kampfkunst-Stilen, die in
Indonesien vorhanden sind, wie in Malaysia, an den Küsten Thailands und
den westlichen Philippinen, einschließlich Pukulan, Silat,
und Pentjak (pencak). Die Verschmelzung der chinesischen Kampfkünste
mit Silat wurde dann als Kun
Tao bekannt. Die chinesischen Kampfkünste, die nach Indonesien und die
umliegenden Gebieten eingeführt wurden, kamen aus Fukien, Shanghai und
aus den Toisan-Gebieten Chinas. Besonders in zwei Formen von Shaolin oder Sil Lum, nämlich Shaolin Lohan und Sil Lum schwarzer Tiger hat Shaolin Kempo Hadaka seinen Ursprung. Diese Künste kamen durch wandernde Buddhistische Sil Lum Mönche von China nach Südostasien. Einer von diesen war der Sil Lum Mönch Shi Gao Can (Lim Ah Hong) der 1886 in China geboren wurde. Sein Buddhistischer Name war Shi Gao Can (Seh Koh Sam). Er ließ sich 1926 im Cheng Yen Tempel in Indonesien (Sumatra) nieder. Nach ausgedehnten Wanderungen studierende er Buddhismus von Meister Ching Liang im Cheng Yim Tempel und chinesische Medizin von Meister Chee Leow im Cheng Tai Berg Tempel. Er ließ sich dann im Chek Chiang Nan Hai Poi Chee Tempel nieder, wo er Sil Lum Kung Fu von Master Hui Cheng lernte. Dieser war ein Meister der zweiten Kammer der 48. Generation in der Sil Lum Tradition der Kampfkünste. 1947 erhielt
Meister Lim die Position des Abtes des Siong Lim Tempel in Singapur. Am
16. Mai 1960 verschied Meister Lim (Cho Si Seh Koh Sam) friedlich mit 74
Jahren. Zwei Leute begründeten Mitte des 20. Jahrhunderts Shaolin Kempo und machten es unter diesem Namen zunächst in Holland bekannt. Sie waren es, die den Begriff Shaolin Kempo als Stilrichtung prägten. Carel Faulhaber und Gerard Karel Meijers hatten von 1962 bis 1965 eine gemeinsame Kampfsport-Schule. Da Karate damals in Holland sehr populär war, änderten sie den Namen Kuntao (chinesisch, Weg der Faust) in den japanischen Ausdruck Kempo. Kempo hat dieselbe Bedeutung, wie Kuntao. Gleichzeitig wurde 'Shaolin' hinzugefügt, um den Bezug zu den Ursprüngen der Kampfkunst zu verdeutlichen. Außerdem wurden japanische Namen eingeführt wurden, da die Kampfsportler es gewohnt waren, japanische Begriffe zu benutzen. Auch war Si-Jo Faulhaber's Gruppe gezwungen, ihren Stil-Namen in Kempo zu ändern, als sie dem Judokwai Dachverband beitreten wollten. Der Judokwai erlaubte aber nur japanisch verwandte Kampfkünste den Beitritt. Nach
Ihrer Trennung traten SI-Jo Faulhaber und eine Anzahl seinen
Fortgeschrittenen, dem holländischen 'Judokwai Verband' bei. SI-Gung
Meijers formte den 'Ersten holländischen Shaolin Kempo Verband',
der wiederum Teil des holländischen Judo und Ju Jitsu Verbandes wurde.
Er wurde in Semaran, Zentraljava geboren. Faulhaber war von Kuntao so begeistert, dass er als Kind tagelang nicht zur Schule ging und stattdessen trainierte . Als er 1950 heiratete, war er Sergant 1.Klasse im Holländischen Heer in Neu Guinea. Januar 1954 siedelte er nach Holland um und begann 1959/1960 auch außerhalb seiner Familie zu lehren. Er erlag mit 50 Jahren seinem Krebsleiden. PAK (Paatje) Faulhaber beschrieb seine Kunst als eine Mischung zwischen (peranakan) chinesischem Kuntao Matjan (das er von einem "einäugigen Chinesen" lernte) und Javanesischem Pukulan, das er von einem "Dukun" (traditionellen Indonesischen Spirituellen Heiler) lernte. Eine Synthese, in der Kuntao Bewegungen dem Indonesischen Körperbau angepasst wurden. Seine Kampfkunst ist eine Kombination von Sil Lum (Shaolin) schwarzer Tiger, das er entweder direkt von dem Mönch Lim Ah Hong oder von einem seiner Vertretern lernte, sowie Javanesischem Silat. Kun Tao Matjan = "Weg der Tigerfaust"
Nach
eigenen Angaben lebte er in seiner Jugend in verschiedenen Klöstern und
studierte die Kampf- und Kriegskünste China's, in Shaolin erlernte er bei
dem Mönch Tao Tse Qi Gong, im Hsi Lin Tempel studierte er die
chinesischen Klassiker und die traditionelle chinesische Medizin, im
Kloster Hiap Thien Kiong die Kampfkünste Chuan Su und Wu Tang bis zur
Meisterschaft. Dschero Khan erlernte weiter das Kun-Tao bei Paatje
Faulhaber. Außerdem lernte er bei dem Goju-Ryu Karate Großmeister Gogen
Yamaguchi und bei Doshin So, dem Begründer des Shorinji Kempo. Hieraus übernahm
Prinz Dschero Khan einen großen Teil der meditativen und philosophischen
Aspekte seiner Kampfkunst. Ebenso beeinflusst wurde er durch das
Oyama-Karate des niederländischen Kyukushinkai-Karate-Meister John
Bluming. Meijers selber gründete Stilrichtungen wie z. B. das Kong-So-Tao, Shaolin-Kempo, Chan-Shaolin, Dju-Su. Das Meijers-Kempo kam erstmals 1967 nach Deutschland und ist hier weit verbreitet. 1963
wurde Theodore (Ted) Verschuur (4.Dan, 1937-1981) ein Schüler von
Faulhaber. Er gehörte zu den fünf engsten Schülern Faulhabers außerhalb
der Familie. Nach Faulhabers Tod versuchte er das "alte" Shaolin
Kempo zu erneuern und zu verbessern, um so den weiterentwickelten Stil
Shaolin Kempo Hsinshi (Hsinshi - neu geordnet) zu schaffen. Durch seinen
frühen Krebstod konnte er jedoch sein Werk nicht ganz vollenden.Zur technischen Weiterentwicklung trug auch besonders Tjebbe Laeyendecker bei. Si Jo Verschuur kam in seiner Eigenschaft als Berufssportlehrer der königlichen Luftwaffe der Niederlande dazu, sein Shaolin Kempo in Deutschland zu lehren. Obwohl er im Nato-Stützpunkt in Hessisch Oldendorf stationiert war, unterhielt er ab 1973 in Rinteln mit Si Gung Laeyendecker zusammen ein Dojo. Tjebbe Laeyendecker trainiert noch heute Shaolin Kempo Hsinshi und ist im Vorstand der Kempo Associatie Nederland. |